Kid Kopphausen – I

Kurz nach der Veröffentlichung habe ich mir das länger erwartete Album von Nils Koppruch und Gisbert zu Knyphausen gekauft. Irgendwann im Sommer oder Spätsommer. Die beiden zusammen auf einem Album: Kann man nichts verkehrt machen, dachte ich. Zweimal gehört, nix hängen geblieben. Belanglos. Dann kam der Oktober und irgendwann Mitte des Monats ereilte mich die Nachricht vom Tod Nils Koppruchs. Und plötzlich war das Album ein anderes. Ich habe mich am Tag, nach dem ich vom Tode Nils´erfahren habe, den ganzen Tag nichts anderes gehört, ich habe jeden Song nach einer latenten Todessehnsucht abgesucht (und nichts gefunden, was mich noch trauriger gemacht hat, denn damit war für mich klar: Du kannst auch mit einer 4 vor dem Komma sterben, natürlich). Lange Rede, kurzer Sinn: Das Album ist für mich DAS deutschsprachige Album des Jahres. Ja, ich gebe zu, dass dies erst durch die tragischen Umstände ans Licht kam. Und man kann das auch für Gefühlsduselei halten. Geschenkt. Trotzdem läuft das Album bei mir auf Dauerrotation. Seit Oktober. Seitdem Nils Koppruch plötzlich verstorben ist. Warum? Weil dieses Album vor Lebenslust platzt.